Gin Tonic – Trends & Klassiker

Katgeorien Blog |Veröffentlicht am

An und für sich ist Gin Tonic der Inbegriff eines Cocktail-Klassikers. Die Urversion des chininhaltigen Drinks wurde im 19. Jahrhundert von der britischen Ostindien-Kompanie eingeführt – als Vorbeugemaßnahme gegen Malaria! Und selbst die Queen Mum und ihre Tochter Königin Elisabeth II. teilten ihre Vorliebe für die britische Kreation.

Gin und Tonic

Doch der aktuelle Gin-Tonic-Hype spricht eine ganz andere Sprache. Begonnen hat er weder in Indien, noch in Großbritannien – sondern in Spanien! Der Drink, der im Englischen ‚Gin and Tonic‘ (oder auch mal kurz ‚G and T‘) heißt, erlebte dort unter dem verkürzten Namen ‚Gin-Tonic‘ ein ganz besonderes Revival. Unter Köchen war er schon längere Zeit als Feierabenddrink beliebt, und es ist wohl dieser Hintergrund, dem er eine Reihe von zahllosen Innovationen zu verdanken hat.

Exotische Zutaten – die Impulse der ’spanischen Szene‘

GuT_000374-20160721Doch vergegenwärtigen wir uns zunächst einmal die Basics! Als typischer Highball  besteht Gin Tonic im Wesentlichen aus einer Spirituose (Gin) und einem Filler, in diesem Fall Tonic Water. Das Mischverhältnis variiert dabei – gängige Varianten sind 1:1, 1:2, 1:3, und 2:3. Die Zutaten werden direkt ins mit Eis gefüllte Gästeglas gegeben; zusätzlich kommt meist ein Stück Limette oder Zitrone dazu, seltenere Beilagen sind Gurke oder Orange. Klassischer Gin Tonic wird meist in Tumblern oder höheren Highball-Gläsern serviert.

Nun darf man bei aller Einfachheit des Grundrezepts nicht vergessen, dass bereits das Mischverhältnis sowie die große Bandbreite an verschiedenen Gin- und Tonic-Marken Raum für endlose Gin Tonic Variationen bietet. Das war den Pionieren der florierenden Barszene jedoch nicht genug, weswegen sie das Standardrezept je nach Belieben um die unterschiedlichsten Zutaten erweitern. Dabei kommen neben Fruchtzesten verschiedenes Obst, Gewürze und sogar Gemüse ins Glas. Vanillebohnen, Litschis oder Muskatnuss gehören da noch zu den gewöhnlicheren Beilagen; radikale Vorwärtsdenker verwenden Zutaten wie Süßholz, Sellerie, Zimtstangen oder rote Pfefferbeeren, manchmal gleich mehrere Beilagen auf einmal. Es gilt dabei, die Auswahl gut an die Extrakte des jeweiligen Gins anzupassen, um diese optimal zu unterstützen – und es dabei nach Möglichkeit nicht zu übertreiben.

Ballon statt Highball – neue Gläser für den modernen Gin Tonic

Auch die Präsentation des Drinks wurde von den Spaniern einer Modulation unterzogen: Statt der üblichen Longdrinkgläser kommen hier ausladende Ballongläser oder auch mal Sektschalen zum Einsatz. Die Argumente dafür sind quasi dieselben wie bei Wein. In den größeren Gläsern hat der moderne Gin-Tonic mehr Raum um seine komplexen Aromen zu entfalten und die ausladende Öffnung sorgt für deren Betonung im Mundraum. Dabei bewahrt der Stiel den Cocktail vor übermäßiger Verwässerung durch Körperwärme.

Gin tonic cocktails

© lunamarina / Fotolia

Wer Inspiration sucht oder einfach eine Reihe verschiedener Gin-Tonic-Kreationen ausprobieren möchte, kann auch einmal Ausschau nach einer der sogenannten Gin-Tonic-Bars halten. Barcelona und Madrid sind inzwischen voll von solchen Locations, in denen der Gast entweder selbst einen Drink aus verschiedenen Gins, Tonic Waters und Beilagen zusammenstellen oder sich an ausgeklügelten Menüs erfreuen kann. Auch in Berlin gibt es inzwischen eine erste Anlaufstelle für deutsche Gin-Tonic-Connaisseure. Profis tauschen sich gar auf Konferenzen oder Tastings mit Gleichgesinnten aus.

Übrigens: Auch, wenn die Malaria-vorbeugende Wirkung des heute in geringeren Dosen im Tonic Water enthaltenen Chinins nicht mehr von Interesse ist – der Wirkstoff hat auch schmerzstillende, fiebersenkende und sogar krampflösende (bzw. -vorbeugende) Eigenschaften. Ein echtes Wundermittel!

Bis zum ‚International Gin & Tonic Day‘ ist es noch ein Weilchen hin – nutzen Sie die Zeit, um IHR persönliches Lieblingsrezept zu finden!

Kommentare (1)

  1. Hi,
    ich liebe diesen Cocktail, er schmeckt einfach so schön spritzig und frisch, dass hat mir gleich an ihm gefallen. Das er als Vorbeugemaßnahme gegen Malaria benutzt wurde wusste ich auch noch nicht 🙂
    LG

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